Ich bin Barabbas

Als die Menge die Freilassung von Barabbas anstelle von Jesus forderte (Matthäus 27:15-26), wählten sie einen bekannten Aufrührer und Mörder statt des unschuldigen Sohnes Gottes. Es ist ein erschütternder Moment in der Evangelienerzählung, einer, der irrational und ungerecht erscheint. Und doch geschieht in diesem Moment etwas Tieferes – etwas, das auf das Herz des Evangeliums hinweist.
Barabbas – sein Name bedeutet auf Aramäisch "Sohn des Vaters" – war schuldig. Seine Hände waren befleckt mit Aufruhr und Blut. Jesus war unschuldig, rein und ohne Fehler. Und doch ging der Schuldige frei, während der Unschuldige seinen Platz am Kreuz einnahm. Dies ist nicht nur ein historisches Ereignis; es ist ein theologisches Bild. Barabbas ist jeder von uns.
Das Evangelium verkündet, dass "Er, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht wurde, damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes würden" (2 Korinther 5:21). Jesus starb nicht nur anstelle von Barabbas, sondern anstelle jedes Sünders, der das Gericht verdient hatte. Sein Tod war stellvertretend – Er trug die Strafe, die wir zu Recht verdient hatten. Barabbas war der erste Mensch, der auf eine buchstäbliche, sichtbare Weise von dieser Stellvertretung profitierte.
Wenn ich sehe, wie Barabbas frei ausgeht, sehe ich mich selbst. Ich bin der Rebell. Ich bin der Gesetzesbrecher. Ich bin derjenige, der verurteilt hätte werden sollen. Und doch, wegen der Gnade Gottes, nahm Jesus meinen Platz ein. Ich gehe frei aus – nicht weil ich unschuldig bin, sondern weil Er es war.
Diese Geschichte ist eine Warnung vor Selbstgerechtigkeit. Die religiösen Führer glaubten, sie verteidigten das Gesetz, indem sie Jesus verurteilten, doch in Wahrheit lehnten sie die eigentliche Quelle des Lebens ab. Sie ist auch eine Einladung – uns selbst in Barabbas zu erkennen und mit Dankbarkeit, Demut und Glauben zu antworten.
Ja, ich bin Barabbas. Und in Christus bin ich auch vergeben, befreit und mit einem neuen Namen versehen – ein wahres Kind des Vaters.
- In welcher Weise identifizierst du dich persönlich mit der Geschichte von Barabbas?
- Wie veranschaulicht die Freilassung von Barabbas das Konzept der stellvertretenden Sühne?
- Welche Lehren vermittelt uns dieses Ereignis über Gnade und Gerechtigkeit im Evangelium?
- ChatGPT (OpenAI)
- Das Neue Internationale Wörterbuch der neutestamentlichen Theologie, Bd. 1 – Colin Brown (Hrsg.)
- Jesus und die Augenzeugen – Richard Bauckham
- Das Kreuz Christi – Johannes Stott

