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Johannes 8:1-11

Keine Verdammnis?

Von: Mike Mazzalongo

Die Geschichte der Ehebrecherin zeigt uns eine der eindrucksvollsten Darstellungen von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit im Dienst Jesu. Einerseits war der Beweis unbestreitbar – sie war beim Ehebruch ertappt worden, eine Sünde, die im Gesetz Mose eindeutig verurteilt wird (3. Mose 20:10; 5. Mose 22:22). Andererseits, nachdem er ihre Ankläger zerstreut hatte, sagt Jesus zu ihr: "Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr" (Johannes 8:11).

Auf den ersten Blick scheint diese Antwort unvollständig zu sein. Warum erklärt Er nicht offen ihre Schuld und gewährt gleichzeitig Gnade? Warum hört Er auf, ihr Vergehen zu benennen? Die Antwort liegt in der Bedeutung des Wortes "verurteilen". Jesus leugnet ihre Sünde nicht, aber Er weigert sich, das Todesurteil zu sprechen, das ihre Ankläger forderten. In dieser Szene trägt "verurteilen" die juristische Bedeutung, ein Urteil zu fällen, das zur Strafe führt.

Es gibt mehrere Gründe, warum Jesus so handeln konnte:

  • Das Gesetz verlangte zwei oder drei Zeugen, um Schuld festzustellen, und alle ihre Ankläger waren gegangen (Deuteronomium 19:15).
  • Seine Mission zu jener Zeit war nicht zu verurteilen, sondern zu retten (Johannes 3:17; Johannes 12:47).
  • Durch sein bevorstehendes Opfer am Kreuz würde Er letztlich die Strafe für ihre Sünde und unsere tragen.

Ihre Schuld wird stillschweigend in Jesu Gebot angenommen: "Geh hin und sündige hinfort nicht mehr." Niemand erhält eine solche Anweisung, es sei denn, er ist der Sünde schuldig. Bemerkenswert ist, dass Er ihr eine zweite Chance gewährt, ohne das formelle Bekenntnis oder die Bitte, die wir erwarten könnten. Ihre stille Unterwerfung unter sein Urteil genügte Ihm, Barmherzigkeit zu erweisen.

Diese Episode deutet auf Paulus' spätere Lehre in Römer 8:1 hin: "So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind." Die an Ihn Glaubenden stehen ohne Verdammnis da – nicht weil sie schuldlos sind, sondern weil Christus sich entschieden hat, das Urteil, das ihre Sünden verdienen, nicht zu verhängen.

Der ernüchternde Teil ist dieser: Eines Tages werden alle Menschen vor Gott "gefasst" werden, ihre Sünden unbestreitbar. Anders als diese Frau wird es kein Zerstreuen der Ankläger geben, kein Entgehen des Gerichts. Für diejenigen, die Christus abgelehnt haben, wird die Verurteilung sicher und gerecht sein. Aber für diejenigen, die zu Christus gehören, werden Seine Worte in Ewigkeit widerhallen: "Ich verurteile dich nicht."

Hinweis: Das Transkript für diese Lektion wurde elektronisch erstellt und noch nicht Korrektur gelesen.
Diskussionsfragen
  1. Wie balanciert Jesu Weigerung, die Frau zu verurteilen, sowohl Barmherzigkeit als auch Gerechtigkeit aus?
  2. Auf welche Weise veranschaulicht diese Geschichte das Prinzip aus Römer 8:1?
  3. Wie sollten Christen das Beispiel von Jesu Barmherzigkeit anwenden, wenn sie mit anderen umgehen, die gegen uns gesündigt haben?
Quellen
  • ChatGPT-Diskussion, "Johannes 8: Ehebrecherin" (BibleTalk.tv, 2025)
  • Leon Morris, Das Evangelium nach Johannes (Eerdmans, 1995)
  • D.A. Carson, Das Evangelium nach Johannes (PNTC, 1991)
  • Merrill Tenney, Johannes: Das Evangelium des Glaubens (Eerdmans, 1976)
14.
Der Finger Gottes im Sand
Johannes 8:1-11