Verlassen um unseretwillen

Am Kreuz sprach Jesus die klagenden Worte: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?" (Matthäus 27:46). Dieser Ruf, der in Markus 15:34 wiederhallt, offenbart ein tiefes Geheimnis: Der Sohn Gottes erlebte ein echtes Gefühl der Trennung vom Vater. Aber warum? Nach der Schrift war dieser Moment das wahre Herz von Christi Leiden – der Punkt, an dem Er die volle Last der Sünde der Menschheit trug.
Paulus sagt uns in 2 Korinther 5:21, dass "er, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht wurde." Indem er zur Sünde wurde, erduldete Jesus nicht nur körperlichen Schmerz, sondern auch geistliche Entfremdung. Galater 3:13 erklärt, dass Christus "für uns zum Fluch geworden ist" und das bundliche Urteil einer sündigen Welt getragen hat. Dies war kein symbolisches Leiden; es war stellvertretend. Jesus nahm die Stelle des Sünders vor dem heiligen Gott ein.
Jesaja 53 sagte diesen Moment Jahrhunderte zuvor voraus: "Der HERR hat die Missetat von uns allen auf ihn gelegt... Er wird ihre Missetaten tragen." Der Vater legte auf seinen Sohn, was uns rechtmäßig zustand, und wandte dabei sein Angesicht ab. Petrus bestätigt dies in 1 Petrus 2:24, indem er sagt, Jesus habe "unsere Sünden in seinem Leib auf dem Kreuz getragen."
Dieses Verlassenwerden war nicht auf ein Versagen in der Dreieinigkeit zurückzuführen, sondern war das göttliche Gericht über die Sünde, das in vollem Umfang vollstreckt wurde. Jesu Gefühl des Verlassenseins war die gerechte Strafe für die Sünde – nicht Seine, sondern unsere.
In jenem Moment kosmischer Stille und heiliger Dunkelheit wurde der Preis der Erlösung bezahlt. Durch Sein vorübergehendes Verlassenwerden sind wir, die wir glauben, für immer angenommen. Das Kreuz handelte nicht nur von Nägeln oder Dornen, sondern von der heiligen Trennung, die die Sünde fordert – und Jesus trug sie für uns.
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- ChatGPT (OpenAI)
- Jack Cottrell, Der einmal für alle Mal gegebene Glaube (College Press Publishing, 2002)
- Wayne Grudem, Systematische Theologie (Zondervan, 1994)

