Das Recht, Kinder Gottes zu werden

Als Johannes Jesus als das fleischgewordene Wort vorstellt, hält er inne, um das erstaunliche Privileg zu beschreiben, das der Glaube an Christus verleiht. Er schreibt:
Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;
- Johannes 1:12
Johannes' Wortwahl hier ist auffällig. Er sagt nicht, dass Gott ein Geschenk oder einen Segen gab, sondern ein Recht (Griechisch: exousia). Dieser Begriff trägt die Vorstellung von rechtlichem Ansehen, Autorität oder Vorrecht. Es ist, als wolle Johannes seinen Lesern klarmachen, dass das Kind Gottes zu werden nicht einfach ein optionaler Vorteil des Glaubens ist, sondern der legitime Status jedes wahren Gläubigen.
In der antiken Welt wurden Rechte streng bewacht. Die Bürgerschaft in Rom zum Beispiel verlieh Privilegien, die Außenstehende nicht beanspruchen konnten. Ebenso gewährt Gott den Gläubigen das legitime Recht der Adoption in Seine Familie. Das bedeutet, dass unser Platz vor Gott keine sentimentale Bezeichnung ist, sondern eine bundmäßige Wirklichkeit, die im Opfer Christi gegründet ist.
Der folgende Vers (Johannes 1:13) macht deutlich, dass dieser Status weder durch Abstammung noch durch menschlichen Willen erlangt wird. Er ist ganz das Werk Gottes. Hier widerlegt Johannes die jüdische Annahme, dass die Abstammung von Abraham automatisch göttliche Gunst garantiert. Stattdessen erhalten diejenigen, die Christus annehmen, das einzige wahre Geburtsrecht – Kinder Gottes zu werden.
Für Christen heute ist dies eine Quelle unerschütterlicher Gewissheit. Zu wissen, dass unsere Sohnschaft oder Tochterschaft nicht auf Gefühlen beruht, noch auf menschlicher Anerkennung, sondern auf einem von Gott gegebenen Recht, erlaubt es uns, mit Zuversicht im Gebet zu Ihm zu treten und unser ewiges Erbe mit Vertrauen zu erwarten.
- Gehe ich mit dem Vertrauen, das daraus entsteht, dass ich das Recht habe, Sein Kind zu sein, zu Gott im Gebet?
- In welcher Weise behandle ich meinen Glauben manchmal eher als einen bloßen Segen denn als eine gesicherte Identität?
- Wie beeinflusst das Wissen, dass meine Adoption ein Recht und nicht nur ein Geschenk ist, die Art und Weise, wie ich meinen christlichen Weg lebe?
- ChatGPT (OpenAI)
- Calvin, Johannes. Kommentar zum Evangelium nach Johannes.
- Augustinus von Hippo, Traktate zum Evangelium nach Johannes.
- Leon Morris, Das Evangelium nach Johannes (Neuer Internationaler Kommentar zum Neuen Testament).

