Der Vater und der Sohn

In Johannes 5:19-23 macht Jesus eine bemerkenswerte Aussage über Seine Beziehung zu Gott, dem Vater. Im Gegensatz zu den Propheten der Vergangenheit, die gelegentliche Offenbarungen empfingen, beschreibt Jesus Seine Einheit mit dem Vater in gegenwärtigen, fortwährenden Begriffen. Er sagt: "Der Sohn kann nichts von sich aus tun, es sei denn, er sieht den Vater etwas tun; denn was der Vater tut, das tut der Sohn ebenso" (V. 19).
Der griechische Text betont die Gegenwart: sieht, tut, zeigt. Dies sind keine vergangenen Gebote oder gelegentlichen Visionen, sondern fortwährende, andauernde Wirklichkeiten. Der Vater zeigt immer; der Sohn sieht und tut immer. Diese Grammatik dient einem tiefgründigen theologischen Zweck:
- Ständige Abhängigkeit – Der Sohn handelt niemals unabhängig, sondern steht in ständigem Einklang mit dem Willen des Vaters.
- Vollkommene Einheit – Was der Vater tut, tut der Sohn gleichzeitig. Ihre Werke sind untrennbar.
- Aktive Offenbarung – Gott ist nicht fern oder statisch. Die Liebe des Vaters zeigt sich in seiner fortwährenden Offenbarung an den Sohn.
- Göttliche Autorität – Weil dieses "Zeigen und Tun" gegenwärtig und ununterbrochen ist, übt der Sohn zu Recht Gericht aus und ist der gleichen Ehre wie der Vater würdig (Vv. 22-23).
Diese lebendige Einheit zwischen Vater und Sohn unterscheidet Jesus von allen anderen. Propheten sprachen, wenn Gott offenbarte; Jesus lebt in fortwährender Offenbarung. Die Werke Christi sind nicht nur von Gott autorisiert; sie sind die Werke Gottes selbst, die in Ihm sichtbar gemacht sind.
Anwendung für den heutigen Skeptiker Viele Skeptiker lehnen Jesus als nur einen moralischen Lehrer oder alten Propheten ab. Doch die Sprache des Johannes erlaubt diese Reduzierung nicht. Das fortlaufende Präsens zeigt, dass Jesus eine ununterbrochene, göttliche Beziehung zu Gott beanspruchte. Für den Skeptiker stellt dies eine Herausforderung dar: Wenn Jesus wahrhaftig sprach, dann ist Er mehr als ein Lehrer – Er ist Gottes Sohn, der Seine Autorität teilt. Ihn abzulehnen bedeutet nicht, eine Philosophie abzulehnen, sondern denjenigen selbst, durch den Gott wirkt.
Anwendung für den heutigen Gläubigen
Für Gläubige ist dieser Abschnitt eine Quelle tiefen Trostes. Wenn der Vater dem Sohn ständig zeigt, und der Sohn beständig die Werke des Vaters tut, dann ruht unser Glaube auf einer lebendigen Beziehung, nicht auf einer toten Tradition. Derselbe Christus, der damals den Willen des Vaters vollkommen verkörperte, setzt heute sein Werk durch seinen Geist und sein Wort fort. Gläubige können daher darauf vertrauen, dass ihre Gebete, Kämpfe und Hoffnungen von dem gehört werden, der in vollkommener Einheit mit dem Herzen des Vaters bleibt.
- Wie verändert die Verwendung der Gegenwartsform in Johannes 5:19–23 unser Verständnis von der Beziehung Jesu zum Vater?
- Auf welche Weise ermutigt Jesu fortwährende Abhängigkeit vom Vater die Gläubigen in ihrer eigenen Abhängigkeit von Gott?
- Welche Herausforderung stellt Jesu Anspruch auf vollkommene Einheit mit dem Vater heute für Skeptiker dar?
- ChatGPT, "Johannes 5:19–23 grammatische und theologische Analyse", OpenAI, 2025.
- Leon Morris, Das Evangelium nach Johannes (Eerdmans, 1995).
- D.A. Carson, Das Evangelium nach Johannes (Pillar New Testament Commentary, Eerdmans, 1991).
- Andreas J. Köstenberger, Johannes (Baker Exegetical Commentary on the New Testament, 2004).

