59.

Mauer der Gerechtigkeit

Im Buch Ezechiel tadelt der Herr die jüdischen Führer dafür, dass sie ihre Rolle als geistliche Hirten über das Volk aufgegeben haben.
Unterricht von:
Serie Videoblog (59 von 100)

Im Buch Ezechiel tadelt der Herr die jüdischen Führer dafür, dass sie ihre Rolle als geistliche Hirten über das Volk aufgegeben haben. Er sagt:

Und ich suchte unter ihnen einen Mann, der die Mauer zumauern und vor mir in den Riss treten könnte für das Land, damit ich es nicht zugrunde richte; aber ich fand keinen.

- Hesekiel 22:30

Während einer Zeit großer moralischer Verfehlung und Unglaubens suchte Gott nach einem Mann, der eine Mauer der Gerechtigkeit gegen die steigende Flut des Bösen bauen konnte, fand aber keine einzige Person, die Seinem Ruf folgte. Dieses Versagen führte zum Untergang der Nation und zeigte ein wichtiges geistliches Prinzip auf:

Gott bestraft nicht nur das Böse, sondern auch das Versagen, sich dem Bösen entgegenzustellen.

Dieses Prinzip ist heute ebenso wahr wie vor mehr als 2.500 Jahren in Israel. Es gibt keinen neutralen Boden, wenn es um das Böse geht. "Leben und leben lassen" ist nicht das Motto oder die Motivation für christliches Handeln in dieser Welt.

Ein gutes Beispiel dafür findet sich im Leben und Dienst von Dietrich Bonhoeffer. Er war ein deutscher Theologe und Teil des Untergrundwiderstands gegen das nationalsozialistische Regime, das sein Land während des Zweiten Weltkriegs beherrschte. Er begann als Lehrer und Akademiker, doch als die NSDAP ihren Aufstieg begann, engagierte er sich stärker im direkten Dienst am Volk und im Widerstand gegen das Böse, das der Nationalsozialismus war.

Am 30. Januar 1933 hielt er eine Rede im Rundfunk, in der er Hitler anprangerte und das deutsche Volk warnte, nicht in den Götzendienst des Führers (Anführers) zu verfallen. Er wurde im April 1943 verhaftet und zwei Jahre später, am 9. April 1945 (weniger als einen Monat bevor Deutschland kapitulierte), wurde Dietrich Bonhoeffer nackt ausgezogen, auf den zentralen Hof des Konzentrationslagers Flossenbürg (in der Region Bayern) geführt und gehängt. Er war 39 Jahre alt.

Sein Lebensende passte genau zu einem Zitat aus einem seiner bekanntesten Bücher mit dem Titel - Die Nachfolge. Darin schrieb er: "Wenn Christus einen Menschen ruft, fordert Er ihn auf, zu kommen und zu sterben."

Christen sind Gottes "Mauer der Gerechtigkeit" in der heutigen Zeit. Als diese Mauer sind wir nicht hier, um die Welt zu verändern, sondern vielmehr um:

  • Zeugnis gegen das Böse in der Welt ablegen
  • Das Licht auf das Gute gemäß dem Wort Gottes scheinen lassen
  • Alle Anstrengungen unternehmen, um zu vermeiden, an den Übeln teilzunehmen, gegen die wir selbst Zeugnis ablegen

Lassen Sie uns sicherstellen, dass unsere Mauer der Gerechtigkeit, sei es in der Schule, zu Hause oder bei der Arbeit, fest steht.

Hinweis: Das Transkript für diese Lektion wurde elektronisch erstellt und noch nicht Korrektur gelesen.
Serie Videoblog (59 von 100)