Höfliche Unterhaltung
Einer der subtileren Fehler, die wir in unserem geistlichen Leben machen, ist, höfliche Unterhaltung anstelle von herzlichem Gebet mit Gott zu setzen. Höfliche Unterhaltung neigt dazu, die Dinge zu wiederholen, von denen wir wissen, dass Gott sie gerne hört; Lob für Seine Güte, Bitte um unsere Bedürfnisse, ein Hinweis auf andere und ihre Bedürfnisse.
Es ist ordentlich und übersichtlich, alle Grundlagen sind abgedeckt, und wenn es vorbei ist, hat man das Gefühl, eine Pflicht erfüllt zu haben und kann mit dem Rest seines Lebens weitermachen. Höfliche Gespräche führen meist zu höflichen Antworten. Du sagst Gott, dass Er in Ordnung ist, und Er sagt dir, dass du völlig in Ordnung bist, deine Gebete wurden erhört und Er wird sich um alles kümmern.
Herzliche Gebete hingegen sind unordentlich. Manchmal ist kein Platz für Höflichkeiten und eine Rückschau auf Segnungen. Meistens ist es ein Hilferuf oder die plötzliche Erkenntnis, dass man heuchlerisch gehandelt hat, während Gott einem selbst offenbart wird. Herzliche Gebete dauern manchmal nur einen Moment, wenn die Gewissheit seiner Gegenwart einen überwältigt, nicht als Gedanke, sondern als vollständiges Bewusstsein – wie das Erwachen aus dem Schlaf.
Es gibt Momente, in denen ein inniges Gebet dir nur eine Frage zum Nachdenken oder einen Ausdruck der Liebe aus dem Herzen hinterlässt. Manchmal ist es eine plötzliche Erkenntnis darüber, wie Sein Wort mit deinem Leben zusammenhängt, oder einfach ein Ausdruck des Dankes, aufrichtig in gedämpften Tönen verpackt. Höfliche Unterhaltung ist Gespräch, wenn es nichts zu sagen gibt. Inniges Gebet ist der Überfluss, der aus einem geistlichen Leben kommt.
Es ist in Ordnung, höfliche Gespräche zu führen, sie halten die Gesprächslinie offen und bewahren die Vertrautheit. Aber die Art von geistlichem Wachstum, die uns dazu bewegt, für Christus zu sterben, kommt nur durch Gebet, bei dem beide Parteien ehrlich teilen, was sie denken und fühlen.


