Das Dritte Erscheinen

Johannes schließt sein Evangelium mit einer einfachen, aber tiefgründigen Bemerkung ab:
Das war schon das dritte Mal, dass sich Jesus seinen Jüngern offenbarte, nachdem er aus den Toten auferweckt war.
- Johannes 21:14
Damit verbindet er den Faden der Auferstehungserscheinungen und zeigt, dass Jesus nicht heimlich auferstand, sondern sich mit Absicht offenbarte. Jede Erscheinung trug ihre eigene Bedeutung, und jede hinterlässt eine bleibende Lehre für die Jünger von heute.
Das Erste Erscheinen – Beruhigung in der Angst
Das erste Erscheinen fand am Abend der Auferstehung statt, als die Jünger aus Furcht vor den Juden verschlossen waren (Johannes 20:19-23). Jesus trat in ihre Mitte und grüßte sie mit Frieden. Er zeigte ihnen seine Hände und seine Seite und bewies damit zweifelsfrei, dass Er der gekreuzigte und auferstandene Herr war.
Der Grund für dieses Erscheinen war einfach: ihre Ängste zu beruhigen, Verzweiflung durch Hoffnung zu ersetzen und ihnen den Geist einzuhauchen, um sie bis Pfingsten zu stärken.
Lektionen für heute: Der auferstandene Christus begegnet uns in unseren Ängsten, Zweifeln und verschlossenen Türen. Sein erstes Wort ist immer noch "Friede sei mit euch." Egal wie lähmend der Moment ist, seine Gegenwart stellt den Mut wieder her.
Das zweite Erscheinen – Stärkung des schwachen Glaubens
Das zweite Erscheinen erfolgte eine Woche später, diesmal mit Thomas anwesend (Johannes 20:24-29). Thomas hatte sich geweigert zu glauben, es sei denn, er sähe und berühre die Wunden des Herrn. Jesus gab sich seiner Schwäche hin und lud ihn ein, seine Hand in seine Seite zu legen.
Der Grund für dieses Erscheinen war, einen kämpfenden Glauben zu stärken, nicht ihn zu zerbrechen. Jesus korrigierte und segnete Thomas zugleich: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben."
Lektion für heute: Der Herr ist geduldig mit unseren Zweifeln. Er begegnet ehrlichen Suchenden dort, wo sie sind, und führt sie behutsam zu größerem Glauben. Christen heute werden daran erinnert, dass Glaube nicht die Abwesenheit von Fragen ist, sondern die Bereitschaft, dem von Gott gegebenen Zeugnis zu vertrauen.
Das Dritte Erscheinen – Wiederherstellung und Beauftragung
Das dritte Erscheinen geschah am See Genezareth (Johannes 21:1-14). Die Jünger waren zum Fischen zurückgekehrt, fingen aber nichts, bis Jesus sie anleitete, auf der rechten Seite auszuwerfen. Das Ergebnis war ein wunderbarer Fang, gefolgt von einer Mahlzeit, die Jesus selbst zubereitete.
Der Grund für dieses Erscheinen war zweifach: den Jüngern ihr Sendungsbewusstsein wiederzugeben und besonders Petrus auf seine Rolle als Hirte vorzubereiten (ein Gespräch, das in Johannes 21:15-19 folgt). Das Wunder der Fülle erinnerte sie daran, dass der Erfolg in ihrem Dienst immer von der Gehorsamkeit gegenüber Seinem Wort abhängen würde.
Lektionen für heute: Der auferstandene Herr rettet nicht nur, sondern erhält auch. Unsere Arbeit ist nur dann fruchtbar, wenn sie von Ihm geleitet wird. Wie Er den Jüngern Fische gab, so gibt Er auch seinen Nachfolgern Kraft, Gelegenheiten und Ergebnisse, wenn sie gehorchen.
Ein Abschließendes Wort
Johannes' dreifache Darstellung der Auferstehungserscheinungen ist mehr als ein Bericht über Ereignisse – sie ist eine Steigerung der Gewissheit. Zuerst gibt Jesus den beunruhigten Herzen Frieden. Dann stärkt Er die Schwachen im Glauben. Schließlich stellt Er den Sinn wieder her und beauftragt Seine Jünger zum Dienst.
Für den heutigen Christen ist die Reihenfolge dieselbe: Jesus beruhigt zuerst unsere Ängste mit dem Versprechen seiner Gegenwart; dann stärkt er unseren Glauben, während wir im Vertrauen wachsen; und schließlich gibt er uns eine Mission, die größer ist als wir selbst – Menschenfischer zu sein.
Zum Abschluss seines Evangeliums mit dieser Zusammenfassung erinnert Johannes die Gläubigen daran, dass die Geschichte von Jesus nicht mit seiner Auferstehung endet. Sie setzt sich fort durch jeden Jünger, der Frieden, Glauben und Auftrag vom auferstandenen Herrn empfängt. Dies ist der Weg, den auch wir gehen sollen, bis wir ihn von Angesicht zu Angesicht sehen.
- Warum glaubst du, hat Jesus sich den Aposteln nach seiner Auferstehung mehrmals gezeigt und nicht nur einmal? Was offenbart dies über sein Verständnis der menschlichen Natur?
- Inwiefern spiegeln die drei Erscheinungen (Frieden in der Angst, Geduld mit dem Zweifel, Wiederherstellung zur Mission) heute die Phasen im geistlichen Wachstum eines Christen wider?
- Mit welcher der drei Erscheinungen kannst du dich persönlich gerade am meisten identifizieren – Angst, Zweifel oder erneuerter Zweck – und warum?
- ChatGPT kollaborative Diskussion und redaktionelle Beiträge mit Mike Mazzalongo, 2026
- Carson, D.A. Das Evangelium nach Johannes. Grand Rapids: Eerdmans, 1991
- Köstenberger, Andreas J. Johannes. Baker Exegetical Commentary on the New Testament. Grand Rapids: Baker Academic, 2004
- Tenney, Merrill C. Johannes: Das Evangelium des Glaubens. Grand Rapids: Eerdmans, 1948

